Schwante

Schwante ist einer der Orte an der Deutschen Tonstraße, die auf dem Höhenzug des Glien liegen. Der wertvolle vorkommende Naturrohstoff Ton wurde auch in Schwante genutzt. Dem "Historischen Ortslexikon für Brandenburg" von 1972 ist zu entnehmen, dass sich 1772 eine Ziegelei im Dorf befand. Der Ortsname selbst ist abgeleitet vom Wendischen „swentu“ und bedeutet heilig, ein Ort also, an dem ein Heiligtum der Wenden stand. Im Jahr 1150 wurde Albrecht der Bär aus dem Hause der Askanier zum Markgrafen von Brandenburg erhoben. Die erste urkundliche Erwähnung von czwant kann auf das Jahr 1273 zurückdatiert werden. Aus einem Lehnbrief des Markgrafen Ludwig I. von 1355 geht hervor, dass Dorf und Burg (Wasserburg) Schwante der Grafenfamilie von Redern zugesprochen wurde.

Das jetzige Schloss ließ Erasmus von Redern 1743 erbauen. Das schöne Barockschloss ist eine zweigeschossige Dreiflügelanlage. 1888 kaufte Richard Sommer das Rittergut Schwante mit dem dazugehörigen Schloss von der Familie Redern. Im Schloss finden jährlich zahlreiche kulturelle Veranstaltungen (Konzerte, Liederabende und Ausstellungen) statt, obwohl die Bausubstanz stark sanierungsbedürftig ist.

Im Schwanter Forst ließ Sommer in den Jahren 1888 bis 1891 ein einzigartiges Bauensemble errichten. Die skurrile Anlage Sommerswalde sollte unbedingt besichtigt werden. In den Jahren 1903 bis 1905 ließ der Schlossherr von Schwante die Gutsanlage modernisieren. Das Gut erhielt sogar einen Wasserturm mit eigener Pumpstation und ausgeklügeltem Leitungssystem. Die Gutsanlage war zu ihrer Zeit die modernste in Deutschland. Der Wasserturm, erbaut aus Backsteinen, ist restauriert und wird heute als Wohnraum genutzt.

Besichtigt werden sollte auch die Dorfkirche, ein einschiffiger Barockbau mit reichgegliedertem quadratischen Westturm, 1780 errichtet. Das Kirchenschiff schließt Reste einer im altrömischen Stil erbauten Feldstein-Basilika ein. In der Kirche befindet sich ein Tafelbild des Abendmahles aus dem 17. Jahrhundert.

Wappen

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