Kremmen

Als "Cremmene" taucht Kremmen im Jahre 1216 das erste Mal in der Geschichte auf. Der Name entstammt dem Slawischen und bedeutet so viel wie "Ort, wo es Kieselsteine gibt". Wahrscheinlich gründete Albrecht der Bär hier das "Haus Kremmen", eine Burg mit Wall und Graben. Danach siedelte er deutsche Bevölkerung an. Das Stadtrecht erhielt der Burgflecken durch eine markgräfliche Urkunde vom 8. Mai 1298. Die Schreibweise des Namens war vielen Schwankungen unterworfen. Seit dem Jahre 1894 ist die Schreibweise "Kremmen" amtlich eingeführt.

Mittelpunkt Kremmens ist der Marktplatz. Hier finden wir auch das Rathaus, ein zweigeschossiger klassizistischer Putzbau, errichtet im Jahre 1840. Auf dem Weg nach Kremmen finden wir das "Kreuz am Kremmener Damm". Im Jahr 1412 kam es am Kremmener Damm zur Schlacht zwischen den Pommernherzögen und Friedrich I. von Hohenzollern, der 1415 zum Kurfürsten von Brandenburg ernannt wurde. Das Steinkreuz trägt das Wappen der Hohenzollern und die Inschrift lautet:

"Im Jahre des Herrn 1412 d. 24 Oct. am St. Columbani Tage fiel hier der edle Herr Johannes Graf zu Hohenloh."

Der Besucher Kremmens sollte nicht versäumen, sich das alte Scheunenviertel anzusehen, das in Art und Größe einzigartig ist. Mit über 50 Scheunen bestimmt das Viertel wesentlich das Erscheinungsbild der Stadt und ist von herausragender Bedeutung. Es wurde etwa 1884 in einer Entfernung von 300 m südlich vor der ehemaligen Stadtmauer der Stadt errichtet. Die langgestreckten Zweckbauten entfalten in unmittelbarer Anbindung an die historische Altstadt eine beträchtliche ästhetische Wirkung. Das älteste Gebäude der Stadt ist die St.-Nikolai-Kirche. Der Chor aus Feldsteinen, im spätgotischem Stil erbaut, wurde im Jahre 1200 fertiggestellt. 1680 brannte die Kirche bis auf die Grundmauern nieder. Der Wiederaufbau wurde durch den Verkauf von 200 Eichen aus dem Stadtforst finanziert. Die Kirche wurde überwiegend aus Backsteinen neu errichtet. 1865 wurde an der Südwand des Chores eine neugotische Vorhalle angebaut. Sie war lange Zeit der Haupteingang der Kirche. Die Sakristei an der Nordseite stammt aus dem 15. Jahrhundert und diente früher den Bredows als Grabgewölbe. Im Inneren der Kirche befindet sich eine sehr schöne bemalte Empore aus dem Jahre 1603 mit Darstellungen von Christus und den zwölf Aposteln. Der noch erhaltene Apostelchor ist eine Stiftung von Johannes Grüwel aus dem Jahre 1693. Sehenswert sind noch ein barocker Altar von 1686 und eine barocke Kanzel aus dem Jahre 1690 sowie die holzgeschnitzte Taufe. Der Altaraufsatz stammt aus dem Jahre 1686. Bis 1812 diente der Platz um die Kirche als Friedhof. Die Begräbnisstätte musste zweimal erweitert werden. Diese Erweiterung war bedingt durch die hohe Sterblichkeit. Bei 1.500 Einwohnern starben von 1735 - 1780 1.343 Personen.

Lange bevor die Kachelindustrie in Velten zur Bedeutung gelangte, wurde in Kremmen das Töpfergewerbe betrieben. Zwei Ziegeleien, die Firmen Grünthal und Hertzog, lagen in der Bodenwelle zwischen Udderlake und dem Kienberge. Der Töpferton wurde in der Stadt zu allerlei Tonwaren, besonders zu Ofenkacheln, verarbeitet. Bis zum großen Brand von 1840 gab es in Kremmen drei Töpfereien. Die Töpferei der Familie Mesenberg in der Grabenstraße wurde nicht wieder aufgebaut. Die beiden anderen, Thüricke in der Mühlenstraße und Wiedner im Kietz, bestanden weiter. Noch im Jahre 1906 formten und brannten die Töpfermeister Wiedner und Busch Kacheln und andere Tonwaren. Die meisten älteren Kachelöfen in Kremmen sind in hiesigen Töpfereien hergestellt und können sich neben den Veltener Öfen sehen lassen. Als aber die weißen Kacheln Mode wurden, verloren die Töpfereien in Kremmen an Bedeutung, obwohl sich die Kremmener Kacheln durch ihre Dauerhaftigkeit und Wärmedurchlässigkeit auszeichneten.

Touristeninformationspunkt (TIP) der Stadt Kremmen

Scheunenweg 49
16766 Kremmen

Fon: 033055 / 21161

TIP(at)Kremmen.de

 

Scheunenviertel Kremmen e.V.

Scheunenweg 29
16766 Kremmen

Fon (033055) 22 21 2

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