Rüthnick

Wer Herzberg in Richtung Süden verlässt, erreicht als erste Ruppiner Siedlung Rüthnick. Im Zusammenhang mit der Auflistung von Schäden, die Raubzüge in der Region verursacht hatten, wird Rüthnick 1422 zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Das Dorf, das lange Zeit zum Kloster Lindow gehörte, dürfte aber schon im 13. Jahrhundert während des deutschen Landesausbaus gegründet worden sein. Das märkische Straßendorf liegt harmonisch in die Landschaft eingebettet. Der eigentliche Ortskern erstreckt sich entlang einer heutigen Nebenstraße.

Im Bereich des historischen Ortskerns befinden sich viele architektonisch wertvolle Gebäude. Sie bilden eine erkennbare, fast lückenlose Einheit. Die Wohnhäuser sind vorwiegend schmucke Putzbauten. Vor einem Hof wurde symbolisch wieder ein Milchbock aufgestellt, auf dem früher die Milch zur Abholung bereitgestellt wurde. An der Kreuzung Durchgangsstraße - Nebenstraße steht ein märkisches Vorlaubenhaus, das gleichzeitig auch den Ortseingang von Norden her markiert. Das Haus ist ein ehemaliger Gasthof. Die Vorlaube erstreckt sich über die gesamte Giebelfront. Das Haus ist 200 Jahre alt und wurde in den letzten Jahren liebevoll restauriert.

Über die Rüthnicker Kirche erfahren wir erst Näheres mit der lutherischen Visitation von 1541. Das Gotteshaus war ein ungegliederter Feldsteinsaal mit Turm. Im August 1803 wurde durch einen Scheunenbrand, der auch auf den Kirchturm übergriff, das gesamte Gebäude bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Nach Entwürfen des Baubeamten Eckel wurde 1806 die Kirche wieder errichtet. 1811 brannte der Turm erneut ab. 1819 wurde der Neubau des Kirchturms auf Weisung der Kurmärkischen Regierung begonnen. Im Februar 1820 läuteten wieder die Glocken der Rüthnicker Kirche.

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