Seebeck

Seebeck liegt am Nordufer des Vielitzsees, ca. 4 Kilometer südöstlich von Lindow. Der Ort wurde 1458 erstmals als "von Sebeke" bezeichnet. Der Name wurde so gedeutet, dass er sich aus See und Bäcke=Becken zusammensetzt. Der Vielitzsee ist ein 4,8 km langer, aber nur 150 bis 400 m breiter Rinnensee. Bei einer Tiefe von maximal 4 m gehört er zum Typ der Flachseen (Weiher). Der etwa 1 km lange Abfluss zum Gudelacksee wurde im vorigen Jahrhundert kanalartig erweitert, um den Ziegeltransport einiger am Vielitzsee gelegener, heute verschwundener Ziegeleien zu ermöglichen. Eine Ziegelei, die am Ortsausgang in Richtung Lindow gebaut wurde, ist nur noch als Ruine erhalten. Eine Besonderheit war, dass der hier verarbeitete Ton mittels einer Seilbahn von einem Tonstich in die Fabrik transportiert wurde. Damit entfielen die aufwendigen Transporte mittels Pferdefuhrwerken oder mit hohem körperlichem Aufwand per Karre.

Seebeck ist als Angerdorf angelegt. Die Kirche des Ortes, ein neugotischer Backsteinbau mit quadratischem Turm, wurde 1870 gebaut. Bis dahin diente an dieser Stelle ein Holzbau als Gotteshaus. Von diesem ist noch eine aquarellierte Federzeichnung von 1790 erhalten, die sich im Märkischen Museum in Berlin befindet.

Die heutige Kirche ist ein Vertreter der Sichtziegel-Architektur. Im 12. bis 14. Jahrhundert bewirkten die Zisterzienser Mönche durch ihre Baukunst eine weite Verbreitung der Ziegelbautechnik. So entstanden verschiedene Bauten im Stile der Norddeutschen Backsteingotik. Während der Renaissance und des Barock legten die Baumeister keinen großen Wert mehr auf sichtbare Ziegel. Ein intensiver Neubeginn der reinen Sichtziegelfassade wurde durch den Baumeister Schinkel ab 1820 eingeleitet. Der Ziegel wurde wieder als Gestaltungselement benutzt. Sein Schüler Ludwig Persius setzte diese Bemühungen fort und entwickelte eigene Formen, obwohl die Herstellung gleichmäßiger Ziegel damals schwierig war. Doch nur so konnten gewünschte Effekte erzielt und eine eigene Formensprache entwickelt werden.

Den genialen Baumeistern der Vergangenheit und den reichlich in der Region vorhandenen Tonvorkommen samt Ziegelindustrie verdankt Seebeck unter anderem seine schöne Kirche aus rotem Backstein.

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.Mehr zum DatenschutzAkzeptierenImpressum