Dierberg

Dierberg, ein regelmäßig angelegtes Straßendorf, wird von der Straße Lindow-Rheinsberg durchschnitten. Ein Abzweig im Dorf führt außerdem nach Neuruppin. In der Dierberger Flur wurden aus der Jungsteinzeit Werkzeuge und Tonscherben gefunden. In der Nähe der Fundstelle wurde eine slawische Siedlung mit Herdstellen entdeckt. Zu den hier geborgenen Keramiken gehörte auch das Bodenstück eines Gefäßes mit Bodenzeichen. Das mittelalterliche Dorf (Dyreberghe 1422) hatte unter ständigen Raubüberfällen durch verschiedene Adlige, wie z.B. die Stargarder Ritter, im 15. Jahrhundert zu leiden. Dierberg hatte auch im Dreißigjährigen Krieg schwere Verluste erlitten. Laut Landesvisitation von 1652 waren 17 Bauernhöfe verlassen. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts sind alle Bauerngehöfte wieder bewohnt.

Im Mittelalter entstand eine kleine Feldsteinkirche, die in Saalform gebaut wurde. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde die Dierberger Kirche barock umgebaut. Das Gebäude wurde mit großen Stichbogenfenstern versehen. Das Portal an der Südseite ist bei diesem Umbau entstanden. Der Turm, von quadratischer Form, geht in eine achtseitige Spitze über. Von Mai bis Oktober ist die Kirche zu besichtigen. Anlaufpunkt ist das Pfarramt.

Auch die meisten Kirchen der Region blieben von Plünderungen und Zerstörungen nicht verschont. Aber viele Kirchen waren damals durch ihre massive Bauweise das einzige wehrhafte Gebäude des Dorfes. Sie waren nicht nur das geistliche Zentrum, sondern auch Zufluchtsort bei den zahlreichen Überfällen. Mit Hilfe der Glocken wurde die Dorfgemeinschaft bei Gefahr alarmiert. Viele der Kirchen erinnern durch ihre Wehrhaftigkeit eindrucksvoll an die kriegerischen Ereignisse der Vergangenheit.

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