Heinrichsdorf

In den 70‘er Jahren unseres Jahrhunderts wurde etwa 1 km südöstlich des heutigen Heinrichsdorf eine spätslawische Siedlung entdeckt. Bis dahin ging die Historie davon aus, dass hier keine mittelalterliche Siedlung vorhanden war. Im Jahr 1744 schenkte König Friedrich II. seinem Bruder Heinrich die Herrschaft Rheinsberg, zu der auch die wüste Feldmark gehörte. Darauf wurde 1750 die Kolonie Heinrichsdorf mit 7 Bauern gegründet. Da die Bewohner des Dorfes von Abgaben und Steuern befreit waren, lebten 1800 schon 94 Personen in Heinrichsdorf von der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte.

Laut Verteilungsplan der Gemeindeländereien erhielt Heinrichsdorf anno 1805 ein Feuerlöschgerät. Bis 1807 wurde auf dem Dorfanger ein Spritzenhaus in neugotischer Form aus Feld- und Backsteinen gebaut. Gegen zwei Großfeuer zwischen 1826 und 1832, die das Dorf fast vollständig vernichteten, waren die damaligen Feuerlöschgeräte aber machtlos.

1907 wurde auch eine Schule errichtet. Da der Ort keine Kirche besaß, diente sie auch kirchlichen Andachten.

Wie in dieser Gegend üblich, wurden im 19.Jahrhundert auch zwei Ziegeleien errichtet, um unter anderem auch den großen Bedarf an Ziegeln für die Gründerjahre in Berlin zu decken. Die heute erloschenen Stätten der märkischen Ziegelindustrie sind oftmals mit berühmten Bauwerken Berlins verbunden. Für den 1880 eingeweihten Anhalter Bahnhof benötigte man ca. 16 Millionen Ziegel. Wegen dieser großen Nachfrage konnten in den einzelnen Orten mehrere Ziegeleien nebeneinander bestehen. Bis zum 1. Weltkrieg belieferten ungefähr 1.000 Ziegeleien Berlin. Vom dunklen Rot bis zum hellen Gelb oder Grün verraten die verschiedenen Ziegelfarben ihre unterschiedliche Herkunft. Nach der Landesurkunde der Provinz Brandenburg stieg im Jahre 1905 der Ausstoß industriell fertigender Ziegeleien auf 1,76 Milliarden Ziegel!

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