Köpernitz

Südlich von Rheinsberg liegt der kleine Ort Köpernitz, dessen Ursprung in Zeiten slawischer Besiedelung zu finden ist. Erstmals erwähnt wird "tho der Kopernitze" (Kopr=Dill : ein Ort, wo es Dill gibt) im Jahre 1463. Die ursprünglichen Ansiedelungen lagen auf Erhebungen nördlich von Köpernitz und östlich des Köpernitzer Sees. Im späten Mittelalter teilte sich das Kloster von Lindow mit drei Familien die Feldmark von Köpernitz. Besitzstreitigkeiten führten dazu, dass der Ort bereits im 15. Jahrhundert unbewohnt war.

Die Eigentümer wechselten mehrfach, bis 1734 König Friedrich Wilhelm I. Schloss Rheinsberg für den Kronprinzen kaufte und so auch die dazugehörigen Besitztümer, wie Köpernitz, an die Hohenzollern fielen. 1753 zum Erbzinsgut erklärt, wuchs die Kolonie kräftig. Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurde das kronprinzliche Vorwerk ausgebaut und erlebte eine wirtschaftliche Blütezeit. Im 19. Jahrhundert zählten zum Gutsbesitz Köpernitz eine Wassermahl- und eine Schneidemühle, eine Ziegelei und eine seit 1861 mit Dampf betriebene Gutsbrennerei.

Das Herrenhaus, auch Schloss genannt, wird in Theodor Fontanes "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" beschrieben. Die bekannteste Bewohnerin des Hauses, die Gräfin Karoline Amalie de la Roche-Aymon, die Gattin des letzten Adjudanten des Prinzen Heinrich, Bruder von Friedrich II., verwaltete das Gut bis zum Jahr 1859. Sie soll die ursprünglichen Siedlungshäuser für die Köpernitzer finanziert haben, die dann in deren Besitz übergingen. Das der Gräfin de la Roche-Aymon gesetzte graue Marmorkreuz ist noch heute auf dem alten romantischen Köpernitzer Friedhof inmitten von Grabsteinen jener Zeit zu sehen. Der den Ort umgebende Wald lädt zum Wandern ein.

Der alte ehrwürdige Bahnhof von Köpernitz macht auf den Betrachter einen verwunschenen Eindruck. Auf den Gleisen fuhr die Eisenbahn von Löwenberg nach Rheinsberg, die in der Novelle "Rheinsberg, ein Bilderbuch für Verliebte" von Kurt Tuchholsky literarisch bekannt wurde. Auf dem Bahndamm in Richtung Rheinsberg wachsen viele seltene Pflanzenarten.

Das ehemalige Köpernitzer Gutshaus, ein schlichter spätbarocker Bau mit achtfenstrigem Erdgeschoss und beidseitig dreieckigem Mansardengiebel, zeigt als Parkseite mit Salonausgang einen ausgeprägten Stil. Heute ist hier das Gemeindeamt untergebracht. Das Gebäude wird in kleinen Schritten restauriert. Kleine künstlerische Ausstellungen beleben gegenwärtig das Gutshaus, Konzertveranstaltungen fanden Anklang. Am Wochenende ist eine Besichtigung möglich.

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