Bredereiche

Nachdem die Havel den Stolpsee in südlicher Richtung verlässt, fließt sie ca. 2,5 km mäanderförmig bis Bredereiche. Die nähere Umgebung von dem Dorf war schon zur Steinzeit besiedelt. Östlich des Ortes wurden auf einer Halbinsel in den Havelwiesen mehrere Feuersteinwerkzeuge geborgen. Der Ortsname geht wahrscheinlich auf das mittelniederdeutsche Bredereike = Siedlung bei der Eiche zurück. Die erste urkundliche Erwähnung findet Bredereiche im Jahre 1307. Zu diesem Zeitpunkt verkauften die Markgrafen von Brandenburg Bredereyke an den Abt von Lehnin zum Aufbau des Klosters Himmelpfort. Als einziges Dorf zwischen Havel und Lychener Seenkette war dem Ort seit der deutschen Besiedlung im 13. Jahrhundert eine beständige Entwicklung vergönnt, obwohl er weder durch Burg noch Rittersitz geschützt war. Das ursprüngliche Dorf war als Angerdorf angelegt, in dessen Mitte die Kirche und Kirchhof lagen. Bredereiche muss daher zu den nördlichsten Vorkommen der märkischen Angerdörfer gerechnet werden. Das heutige Bredereiche erscheint als langgestrecktes Straßendorf, dessen jüngere Ausbauten im Süden ihre Begrenzung durch den sich ostwärts wendenden Fluss finden. An der Dorfstraße liegen mehrere eingeschossige Fachwerk-Wohnhäuser.

Die alte Dorfkirche wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Erst Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Kirche als Fachwerkbau mit nördlicher Vorhalle und verbreitertem Dachturm über der Westseite erbaut. Fachwerkkirchen sind mehr oder weniger Notkirchen. Die in Bredereiche ist in ihrer Proportion aber gut gelungen. Sie fällt durch das reichverzierte rückwärtige Giebeldreieck mit 4 Andreaskreuzen und die Knaggen in den beiden Rundbogentüren aus Holz auf. Die Kirche wird in der Fachliteratur lobend als Musterbeispiel des Märkischen Fachwerkbaus erwähnt. In der Kirche steht ein Altar, der drei mittelalterliche Figuren aus der Zeit um 1450 enthält. Von einem Templiner Meister wurde 1689 der Schrein geschnitzt und auch das Abendmahlbild eingefügt.

In Bredereiche wurde schon im 17. Jahrhundert Schifffahrt betrieben. Am 15.01.1839 wurde die Bredereicher Schifferinnung gegründet. Vor 1918 gab es dort bereits Kähne mit dem sogenannten Großfinowmaß von 41,50 m Länge und von 4,80 m Breite.

Ziegelöfen waren in der Nähe des Schulzen-Sees angelegt (Hahnshof).

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