Mildenberg

Mildenberg wurde erstmalig in einer Urkunde 1267 erwähnt. Mit dem 3 km entfernten Badingen war Mildenberg vom 13. bis 15. Jh. im Besitz der Familie von Badingen. Nach den Gründerjahren brachen im 14. Jh. Zeiten der Raubzüge, Fehden und Kriege aus. Erst neue Markgrafen und Kurfürsten, die Hohenzollern, konnten die Gegend befrieden. 1536 wurde das Gut Badingen zusammen mit Mildenberg vom Kurfürsten Joachim II. käuflich erworben und 1558 dem Hofmarschall Adam von Trott überlassen. Während des Dreißigjährigen Krieges musste auch Mildenberg um sein Bestehen bangen, von etwa 40 Familien 1624 lebten 20 Jahre später nur noch 2 Hufener und 6 Kossäten im Ort. Nach dem Kriege dauerte es fast 100 Jahre, bis die ursprüngliche Einwohnerzahl des alten Bauerndorfes wieder erreicht wurde.

Inmitten des Angers an der Straße von Zehdenick nach Fürstenberg steht in Mildenberg die altehrwürdige evangelische Kirche. Der rechteckige Feldsteinbau wurde im 13. Jh. errichtet. Der Westturm ist in seinem Unterbau etwas breiter als das Schiff. Der quadratische Turmaufsatz von 1766 ist mit einer Schweifhaube versehen. Turm und Kirchenraum sind im Inneren durch eine Wand voneinander getrennt, durch die eine schmale spitzbogige Tür führt. Im Süden befindet sich ein tonnengewölbter Sakristei-Anbau. Die jetzigen Langseitenfenster sind im 17./ 18. Jahrhundert eingebrochen, ebenso das Rundfenster über der Nordtür. Die spitzbogigen Portale im Westen und Norden sind in der ursprünglichen Form erhalten. Im Südost-Fenster des Chores ist eine Glasmalerei von 1656 zu sehen, die den heiligen Andreas darstellt. Die Einbauten in der Kirche stammen im Wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert. Ein Schmuckstück ist die kelchförmige hölzerne Taufe mit reliefmäßig behandeltem Blatt- und Fruchtgeranke. Weitere wertvolle Gegenstände in der Kirche sind ein vergoldeter Silberkelch von 1655 und eine dazugehörende Patene. Die Taufschüssel ist eine Messingschale mit Madonnenrelief im Strahlenkranz von 1655. Die Orgel stammt aus dem Jahre 1864 von dem bekannten Berliner Orgelbauer W. Remler. Leider ist sie nur bedingt spielbar. Die Kirchenbuchaufzeichnungen reichen bis zum Jahr 1739 zurück.

Nördlich von Zehdenick wurden beim Bau der Eisenbahnstrecke Löwenberg - Templin riesige Tonvorkommen entdeckt. Die günstigen Transportwege zur Reichshauptstadt und die gute Qualität des Tons waren die Ursache für den Aufbau einer Ziegelindustrie in der Region.

Als am 1. Mai 1888 die Bahnlinie eröffnet wurde, rauchten schon die Schlote der ersten Ringöfen. 1897 zählte man in der Gegend bereits 25 Ringöfen in 23 Ziegeleien. In der 1. Hälfte des 20. Jh. war das Gebiet an der oberen Havel mit ca. 50 Betrieben der größte Ziegelstandort Europas mit dem längsten Industriebahnnetz. Der größte Teil einer Jahresproduktion, etwa 750 Millionen Ziegel, wurde auf der ausgebauten Havel (Vosskanal) und deren Seitenkanälen vor allem nach Berlin transportiert. Bedingt durch die Ziegelindustrie siedelten sich in den unterhalb des Dorfes gelegenen Ziegeleikasernen so viele Arbeiter an, dass man im Jahre 1930 etwa 1.800 Einwohner in Mildenberg zählte. Die beiden Weltkriege ließen die Ziegelindustrie zusammenbrechen. Der Wiederaufbau nach 1945 erforderte die erneute Aufnahme der Produktion von Ziegeln. Einen starken Rücklauf fand die Ziegelproduktion Ende der 80er Jahre. 1991 schloss auch die letzte Ziegelei ihre Tore. Um der Nachwelt die einstige Produktionsweise zu erhalten, wurde auf dem Gelände mehrerer Ziegeleien in der Gemarkung Mildenberg der Museumspark "“Ziegeleipark Mildenberg“ aufgebaut. In einem gut erhaltenen, begehbaren Ringofen ist eine Ausstellung untergebracht. In einem anderen Gebäude ist eine restaurierte Dampfmaschine zu sehen. Eine zur Personenbeförderung umgebaute Werksbahn verbindet die verschiedenen Museumsteile. In dem 1997 restaurierten Ofen 3 kann die interessante Bauweise und die Funktion des Hoffmannschen Ringofens erkundet werden, indem das Innere des Baukörpers mit seinen Kanalführungen zugänglich gemacht ist.

Umgeben ist der Ziegeleipark von einer reizvollen Tonstichlandschaft, welche 87 ehemalige Tongruben umfasst.

Wappen

Ziegeleipark Mildenberg

Ziegelei 10
16792 Zehdenick (OT Mildenberg)

Fon: (03307) 310410
Fax: (03307) 310411

Öffnungszeiten:
28. März - 01. November
tägl. von 10:00 bis 18:00 Uhr

www.ziegeleipark.de

info(at)ziegeleipark.de

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