Stolpe

Das Dorf Stolpe gehört zu den ältesten im Land Brandenburg und ist eines der wenigen Angerdörfer, dessen ursprüngliche Struktur noch erkennbar ist. Der Name Stolpe stammt vom slawischen stolb, was "Stütze" oder "Pfosten" bedeutet. Am Anfang des 13. Jahrhunderts begann eine systematische deutsche Siedlungstätigkeit. Um 1230, unmittelbar nach dem Erwerb des Barnim durch die Askanier, wurde Stolpe anstelle einer slawischen Siedlung angelegt. Als Dorfgründer gilt die Familie von Hoppenrade, die ihre Herrschaft fast 300 Jahre aufrechterhielt. Nach 1648 fiel das Gut an den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, der es 1654 an seine Gemahlin Louise Henriette von Oranien verschenkte. Danach wechselte das Gut mehrfach die Besitzer, 1937 wurde es an die Stadt Berlin verkauft, die es seitdem als Stadtgut bewirtschaftet.

Ein Gang durch das alte Dorf mit seinen schattenspendenden Bäumen sowie ein Besuch der örtlichen Gasthäuser sind sehr empfehlenswert. Mit prägend für Dorf und Region aber dürfte der Golfplatz sein, der auf 172 ha zwischen Berlin-Frohnau und Stolpe entstanden ist.

Die mittelalterliche Kolonisierung brachte die Christianisierung nach Stolpe. Die erste Kirche entstand 1350 aus Feldsteinen in traditioneller Bauweise. Es ist ein einfacher rechteckiger Bau. Später wurden an der Kirche mehrfach Veränderungen vorgenommen. Bei den Fenstern blieb die gotische Form erhalten. Im mittleren Altarfenster sind zwei kreisrunde Medaillons, mit wertvoller Glasmalerei versehen, aus dem Jahre 1649 eingelassen. Das Erbauungsdatum des alten Kirchturms ist nicht überliefert. 1823 erhielt die Kirche einen klassizistischen barocken Turm. Vorbild war der barocke Turm der Parochialkirche in Berlin (der im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde). Somit zählt der Stolper Kirchturm zu den seltenen überlieferten Bauwerken, an denen wir heute die entwickelte barocke Bautradition würdigen lernen.

Wappen

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